in memoriam
Helmuth Fetz
1928 - 2010

Der gebürtige
Vorarlberger und Wahlinnviertler Prof. Helmuth Fetz absolvierte zunächst die
Meister-schule für Dekorationsmalerei und begann 1960 zu malen. Nach dem
Studium der Alten Meister entstanden Landschaften, Stillleben und Porträts im
Stile eines betont realistischen Expressionismus. Durch die Begegnung mit den
Werken der beiden in Bregenz tätig gewesenen Maler Rudolf Wacker und Herbert
Reyl-Hanisch kam Helmuth Fetz mit der Neuen Sachlichkeit in Berührung und wurde
zu einem Vertreter des Phantastischen Realismus.
In brillanter Technik verstand es Helmuth
Fetz mit dem Medium einer wirklichkeitsbezogenen Malerei über die sichtbare
Erscheinung der Wirklichkeit hinaus zu gehen. Der Betrachter ist mit Dingen
konfrontiert, die aus dem eigenen Erfahrungsbereich vertraut sind, jedoch durch
die kompositionelle Zusammenfügung ihrem ursprünglichen Kontext entrissen, eine
neue Interpretation erfahren. Dies trifft vor allem auf die ab 1963
entstandenen Stillleben zu, bei denen seine Liebe zum – oft hintergründigen –
Detail am deutlichsten zum Ausdruck kommt.
1988 wurde Helmuth Fetz in die
Innviertler Künstlergilde aufgenommen, ein Jahr später übersiedelte er von
Bregenz nach Mehrnbach. Das Innviertel wurde dann immer öfter Motiv für seine
Bilder. Neben der Ölmalerei widmete sich Helmuth Fetz auch der Radierung. Er
schuf in dieser Technik die vier Zyklen „Winter am Bodensee“, „Dornbirner
Veduten“, „s‘ Wälderbähle“ und „Innviertler Städtebilder“ – letzteren als
Referenz an seine neue Heimat.
Helmuth Fetz, der seine Bilder zumeist
mit „HeFe“ signierte, zeigte seine Werke zu Lebzeiten bei rund 30 Einzelaussstellungen
und ebenso vielen Ausstellungsbeteiligungen.
Die Gedächtnisausstellung zum 90.
Geburtstag des Künstlers präsentiert Werke aus allen Schaffensperioden, die das
breite Spektrum seines brillanten Könnens wiedergeben: von den
Landschaftsbildern über die Stillleben bis zu den Porträts. Manche seiner
Bilder zeichnet aber ganz besonders die für ihn charakteristische Satire aus.
Bilder von Helmuth Fetz sind erzählte
Dichtung, die den Betrachter in Bewunderung verharren lässt. Aus der Feder von
Helmuth Fetz stammen übrigens auch zwei Bücher. Das eine ist den 21
Künstlergeschichten, einer Sammlung von Episoden gewidmet, die er seinen
Bildern gegenüberstellt, das andere schildert in Romanform unter dem Titel
„Missbraucht und betrogen“ seine Jugenderinnerungen an die Zeit des
Nationalsozialismus.