„...und sie gebar ihm ihren erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in
Windeln und legte ihn in eine Krippe...“ (Luk., 2, 7)
Unter direkter Bezugnahme auf die Worte des
Lukas-Evangeliums bildete seit dem frühen Mittelalter die Futterkrippe mit dem
Kind in einem der Geburtsgrotte zu Bethlehem nachgebildeten Raum die einfachste
Form der Darstellung. Die erste Weihnachtskrippe nach heutigem Verständnis -
versehen mit Krippenberg, Landschaft und Anbetungsfiguren - wurde 1562 von den
Jesuiten in Prag aufgebaut.
Nach dem Ort der Aufstellung unterscheidet man
zwischen den öffentlichen, oft vielszenigen Kirchenkrippen, die oft Teile von
Seitenschiffen oder ganze Kapellen füllten und den privaten Hauskrippen. Für
beide Arten birgt das MUSEUM Innviertler Volkskundehaus prominente Beispiele:
die berühmte Oberndorfer „Stille-Nacht-Krippe“ vor der im Jahr 1818 erstmals
das weltberühmte Weihnachtslied erklang, und die
„Köglkrippe“, eine bürgerliche Hauskrippe die Johann Peter der Ältere
Schwanthaler 1792 für die Rieder Goldschmiedefamilie Kögl geschaffen hat.
Die Bildhauerfamilie Schwanthaler hat aber auch viel
zur Entwicklung des heimischen Krippenschaffens beigetragen. 1678 schuf Thomas
Schwanthaler die Dreikönigsgruppe für den Hochaltar der Gmundner
Stadtpfarrkirche von der ein wesentlicher Impuls zur Entwicklung des
Salzkammergutes zu d e r Krippenlandschaft Oberösterreichs ausging.
Sein Urenkel Johann Georg gründete 1765 in Gmunden, wo zu dieser Zeit die
Krippenpflege bereits sehr rege war, eine Werkstätte aus der eine Vielzahl von
Krippen hervorging.
Der seit Jahrhunderten im Abendland verbreitete
Krippengedanke hat in den letzten Jahrzehnten wieder neue Verbreitung erfahren.
Die Weihnachtskrippe, die vielerorts aus den Häusern verschwunden war, ist dank
der eifrigen Arbeit der Krippenvereine zu neuem Leben in den Familien erwacht.
Bei der diesjährigen Weihnachtsausstellung im MUSEUM
Innviertler Volkskundehaus werden Beispiele alter und neuer Krippenkunst aus
Oberösterreich gezeigt. Neben einigen Exponaten aus dem Salzkammergut wurde
versucht, Krippenschaffenden aus dem näheren und weiteren Umkreis die
Möglichkeit zur Präsentation zu geben.