Der Wunsch
eine künstlerische Ausbildung zu erlangen führte den 1881 in Ried geborenen
Wilhelm Dachauer nach Wien, wo er zunächst eine Lehre bei einem Dekorations-
und Kirchenmaler absolvierte, ehe er 1899 an die Akademie der bildenden Künste
aufgenommen wurde. Der Rom-Preis ermöglichte ihm 1908/09 eine ausgedehnte
Studienreise nach Italien und Ägypten.
Danach
richtete er sich in Wien ein Atelier ein. Die enge Bindung an seine Innviertler
Heimat drückt sich in Motiven aus, die die ländliche Idylle thematisieren. 1913
trat er erstmals bei einer Ausstellung in der Wiener Sezession mit fünf
Gemälden an die Öffentlichkeit.
Kurz vor dem
Ausbruch des Ersten Weltkriegs heiratete er Therese Roder. Dachauer meldete
sich als Freiwilliger zum Kriegseinsatz, wurde als Sanitäter in Italien und
Rumänien eingesetzt und war zuletzt im Kriegspressequartier tätig.
Nach dem
Zusammenbruch der Monarchie zog er sich nach Ried zurück, wo Gemälde mit stark
symbolistischem Charakter entstanden. Seine Grafiken zeigen Elemente aus dem
Jugendstil und der Volkskunst.
1927 wurde
Dachauer an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen. Seine
Idealisierung des Landlebens entsprach der nationalsozialistischen
Verherrlichung des Bauernstandes. Nach Kriegsende wurde er des Lehramtes
enthoben, 1946 folgte seine Rehabilitierung.
Bis zu seinem
Tod im Jahr 1951 widmete sich Dachauer verstärkt Porträtaufträgen sowie
Entwürfen für Banknoten und Briefmarken. Als Verarbeitung der jüngsten
Vergangenheit entstanden die Gemälde „Narrenzug“ (die Gerechtigkeit mit
verbundenen Augen auf einer Trage sitzend, wird von allegorischen Figuren durch
die Stadt getragen), „Die bösen Perchten“ (eine Frau mit einem sich bei ihr
versteckenden Kind wird von zwei bösen Perchten – der Gehörnte und der
Wassermann – bedroht) und „Kreuzesaufrichtung“, in dem auch seine eigene
Krankheit – Dachauer litt an Speiseröhrenkrebs – mitbestimmend war.
Die
Sonderausstellung zeigt Leihgaben aus Privatbesitz und aus der Sammlung des
Museums Innviertler Volkskundehaus.
Eröffnung am
13. Juni 2019 um 19 Uhr
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-12 u. 14-17 Uhr, Sa
14-17 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen