Unbekanntes
aus der Welt der Pflanzen zeigt das Museum Innviertler Volkskundehaus in Ried
im Innkreis. Unter dem Titel „Flechten - bedrohte Kunstwerke der Natur“ wird am
Donnerstag 4. März 1999, 19 Uhr eine Ausstellung von Dr. Mag. Gerhard Neuwirth
zu einem seltenen Thema eröffnet.
Die Abendveranstaltung bietet neben der Begrüßung von
Bürgermeister Albert Ortig und der Festrede von Univ.-Prof. Dr. Roman Türk
(Salzburg) eine Einführung des Autors zur Entstehung der Ausstellung, sowie
eine Diaschau
„Biologie und Verbreitung der Flechten“ mit den schönsten
Motiven aus Österreich und mehreren europäischen Ländern. Für die musikalische
Umrahmung sorgt ein Rieder Streichquartett mit W. A. Mozart: „Eine kleine
Nachtmusik“.
Flechten sind Symbiosen aus
Schlauchpilzen und Algen, bilden
Zweckgemeinschaften, die aber einem sensiblen Gleichgewichtszustand
unterworfen sind. Das „System Flechte“ ermöglicht dieser Lebensgemeinschaft in lufthygienisch
intakten Gebieten extreme Standorte, etwa Hochgebirgsregionen, Trockengebiete
oder auch Totholz. Auch vom Menschen erzeugtes Substrat wie Waschbeton,
Dachschindeln oder Eternit kann besiedelt werden. Unter dem Einfluss von
Schadstoffbelastungen durch Stickoxid, Schwefeldioxid, Staub oder Schwebstoffen
zeigen die Flechten aber deutliche immissionsökologische Veränderungen. Sie
wirken als „Frühwarnsystem“ und dienen der Wissenschaft daher als
BIOINDIKATOREN (Anzeiger von Schädigungen).
Der Rieder Biologieprofessor Dr.
Gerhard Neuwirth beschäftigt sich seit elf Jahren mit dem Thema Lichenologie
(Flechtenforschung), untersucht vorwiegend die Flechtenflora des Alpenvorlandes
und veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten zum Themenkreis Flechtenfloristik
und Immissionsökologie.
Einen Teil der über 5000
gesammelten Exemplare zeigt der Autor in dieser Ausstellung, zudem sind viele
Fotos, einige Modelle und ein Video zu sehen.
Durch eine systematische
Gliederung, Beschriftung und Anordnung sollte das Thema „Flechten“ jedem interessierten Besucher verständlich
werden.