Um
das heilige Geschehen den einfachen Menschen in volkstümlicher Weise
näherzubringen wurden von den Jesuiten im Kampf gegen die Reformation bewußt
die Krippe sowie Weihnachts- und Passionsspiele eingesetzt. So waren es diser
Orden, der 1603 im Land ob der Enns erstmals eine Weihnachtskrippe aufstellten.
So hat das frühe Krippenschaffen durch das Wirken der Gesellschaft Jesu seine
Förderung erfahren. Außer in Linz hatten sich die Jesuiten im Land ob der Enns
noch in Steyr und in Traunkirchen niedergelassen - also in jene Gebieten, die
für das Krippenschaffen die größte Bedeutung erlangen sollten.
Auch
nach den Krippenverboten durch Kaiser Joseph II. in den Jahren 1786/87 ließ
sich die Weihnachtskrippe nicht mehr aus dem Bewußtsein der Menschen
verdrängen. So verlagerte sich das Krippenschaffen in die Bürgerhäuser und
Bauernhöfe. Die Kirchenkrippen wanderten in Privathäuser, wurden dort
aufgestellt und waren bald Vorbild für eigene Hauskrippen. An die Stelle der
von den Künstlern geschnitzten Figurengruppen traten nun einfachere
Schnitzfiguren oder die „Loahmmanderl“. Sie waren aus Ton , wurden in Modeln geformt
und einfach im Ofen gebrannt und kalt bemalt. Sie wurden in Heimarbeit
hergetellt und waren vor allem billig.
Zu den liebenswürdigsten Krippen
aus Oberösterreich zählen die kleinen Kastenkrippen mit halbseitig gemodelten
Tonfiguren, die im Volksmund „Loahmmanderl“ genannt werden. Hergestellt wurden
diese vor allem in Steyr, wo sie ab dem jahr 1800 nachweisbar sind Ennstal - und hier besonders von den
Dammbacher Nagelschmieden - im 19. Jh.
Von den meist nur 3-5 cm hohen
Figuren haben sich - meist in musealem Besitz - Model erhalten, die in der
heutigen Zeit gerne wieder von den fachkundigen Krippenbaumeistern, vor allem
aus dem Bereich Steyr-Garsten, verwendet werden. Es sind dies simple Figuren,
selten größer sind als 5 bis 6 cm, die aus weichem Ton in Modelformen gepreßt
und dann kalt bemalt wurden.
Zum Teil aus frei geformtem Ton
stammen hingegen die Figuren der weithin bekannten „Viechtauer
Loahmmanderlkrippen“ die von den „Häuselleuten“ im Waldgebeit zwischen Traun-
und dem Attersee in großen Stückzahlen hergestellt und über weite Gebiete
verhandelt wurden.
Die Ausstellung im Innviertler
Volkskundehaus versucht einen möglichst umfassenden Überblick über diese
spezielle Krippenart zu geben, wobei sowohl alte wie auch neu gefertigte Stücke
gezeigt werden.
Leihgaben dieser meist
kleinformatigen Kastenkrippen mit einem für die Herkunftslandschaft ganz
typischen Kolorit, stammen aus dem Linzer Schloßmuseum, dem Salzburger
Spielzeugmuseum, dem Welser Stadtmuseum dem Viechtauer und Bad Haller
Heimathaus sowie von zahlreichen privaten Leihgebern.