Gewalt an älteren Menschen ist ein großes Tabu in unserer Gesellschaft und dennoch alltäglich. Vorfälle werden oft als Übertreibung oder Einzelfall verharmlost. Aus diesem Grund wird Gewalt gegen ältere Personen bislang kaum als soziales Problem wahrgenommen. Im gesellschaftlichen Bild gelten alte Menschen oftmals als arm und hilfsbedürftig, aber gleichzeitig als fordernd, anstrengend und kostenverursachend. Diese Doppelbotschaften führen zu Stigmatisierungen unterschiedlicher Art.
Handlungen werden nur dann als gewalttätig angesehen, wenn sie sichtbare, körperliche Spuren hinterlassen, dabei ist das oftmals nur die Spitze des Eisbergs. Seelische und psychische Schäden sind oft unsichtbar. Gewalt wird häufig in Nahbeziehungen ausgeübt – Familie und Partnerschaft sind Privatangelegenheit, in die sich die soziale Umgebung nicht einmischen sollte. Es gibt auch Familien mit einer langjährigen Gewaltgeschichte, für die bestimmte Gewaltformen eine Art Normalität darstellen. Überforderung, Hilflosigkeit, persönliche Probleme und fehlende Unterstützung, aber auch das gesellschaftliche Klima verstärken die Gewaltbereitschaft.
Mit einer Wanderausstellung will "Pro Senectute Verein für das Alter in Österreich" dafür sensibilisieren, die für zehn Tage ab dem 20. April in der Weberzeile in Ried zu sehen ist.