Die letzte Gemeinderatssitzung vor der politischen Sommerpause steht an, bei der wieder wegweisende Entscheidungen für die Stadtgemeinde Ried getroffen werden. In den einzelnen politischen Ausschüssen wurde sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Aufgaben der Zukunft beschäftigt. Von der Stadtentwicklung über Bildung, Finanzen, Bau, Verkehr, Infrastruktur bis hin zu Kultur, Umwelt, Sport und Jugend: Die Stadt Ried arbeitet konsequent an zentralen Zukunftsprojekten, die teilweise bereits in der Umsetzung sind.
Unter dem neuen Leitsatz „Dein Ried. Bei dir.“ setzt die Stadt ihre Entwicklungsziele Schritt für Schritt um. Auch in der Kommunikation wurde ein bedeutender Schritt gesetzt: Mit dem neuen Stadtlogo präsentiert sich die Stadtgemeinde in einer modernen, klaren und einheitlichen Form. Zahlreiche Kampagnen – von Mobilität über Sicherheit bis hin zu Veranstaltungs- und Standortthemen – transportieren die neue Identität nach innen und außen und stärken die Wahrnehmung Rieds als moderne und serviceorientierte Stadt. Das sagen die Ausschussobleute über die Arbeit im ersten Halbjahr:
Stadtentwicklung als Fundament (Obmann: Bürgermeister Bernhard Zwielehner)
Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Digitalisierung, Wirtschaft, Mobilität, überregionale Kooperation und Klima liegt der Fokus auf der strategischen Weiterentwicklung von Ried. Mit der Überarbeitung des örtlichen Entwicklungskonzepts (OEK) und des Flächenwidmungsplans werden die Grundlagen für die nächsten Jahre geschaffen. Parallel dazu arbeitet die Stadt an einem Park- und Freiraumkonzept, das die Aufenthaltsqualität weiter steigern soll.
Auch die Umsetzung der Zukunftsstrategie Agenda 2030 „zukunftRIED“ sowie die Intensivierung von Gemeindekooperationen standen im Fokus. Ziel ist es, Ried als attraktiven Wohn-, Wirtschafts- und Lebensstandort nachhaltig zu positionieren.
Bauprojekte für die Zukunft (Obfrau: Vizebürgermeisterin Claudia Schoßleitner)
Das Thema des Flächenwidmungsplans beschäftigte auch den Ausschuss für Bau- und Rechtsangelegenheiten. Nach umfangreichen Vorarbeiten soll im morgigen Gemeinderat die Grundsatzbeschlussfassung erfolgen. Im Herbst sind Informationsveranstaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern geplant, bei denen sie ihre Anregungen einbringen können.
Gleichzeitig begleitet die Stadt das größte Bildungsbauprojekt der vergangenen Jahre: die Generalsanierung von Mittelschule 2 und Volksschule 1. Die Fertigstellung von Mittelschule 2 steht kurz bevor. Mit Beginn des neuen Schuljahres kehren die Schülerinnen und Schüler in ein modernes Schulgebäude zurück, während die Volksschule 1 für die Dauer ihrer Sanierung in die vorbereitete Containerschule übersiedelt.
Sicherheit und Ordnung im Verkehr (Obmann: Peter Stummer)
Im ersten Halbjahr lag der Fokus im Verkehrsausschuss auf drei zentralen Bereichen: Verkehrssicherheit, eine funktionierende Ordnung im öffentlichen Raum sowie die strategische Weiterentwicklung durch ein umfassendes Verkehrskonzept.
Gerade im Verkehrsbereich gibt es naturgemäß unterschiedliche Interessen und auch Kritik. Daher ist es wichtig, sachlich zu bleiben und einander zuzuhören, während konsequent an Lösungen gearbeitet wird.
Es wurden bewusst Entscheidungen getroffen, die im Alltag spürbar sind und gleichzeitig einer klaren Linie folgen. Dazu zählen Anpassungen bei Halte- und Parkregelungen, der Ausbau barrierefreier Parkmöglichkeiten, gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Geschwindigkeitsreduktion sowie Verbesserungen für eine funktionierende und gut erreichbare Innenstadt. Nicht jede Forderung konnte eins zu eins umgesetzt werden, jedoch wurde jede sorgfältig geprüft. Entscheidend ist, dass am Ende tragfähige Lösungen entstehen und nicht Stillstand.
Derzeit werden die beschlossenen Maßnahmen konsequent und Schritt für Schritt umgesetzt. Dazu gehören zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet, die Weiterentwicklung von Tempo-30- und Begegnungszonen dort, wo sie sinnvoll sind, Verbesserungen für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer und eine gezielte Optimierung der Parkraumsituation, insbesondere in der Innenstadt.
Ein wesentlicher Meilenstein ist die Fertigstellung des Verkehrskonzepts als Grundlage, das im Herbst mit möglichst breiter politischer Unterstützung beschlossen werden soll.
Kultur in neuer Ausrichtung (Obmann: Vizebürgermeister Thomas Dim)
Der Kulturausschuss stand im ersten Halbjahr vor allem im Zeichen des Übergangs und der Weiterentwicklung. Mit der Pensionierung der langjährigen Kulturleiterin Dr. Sieglinde Frohmann begann eine neue Phase der Kulturabteilung in Ried. Das neu aufgestellte Leitungsteam hat bereits zahlreiche Ideen eingebracht und erste erfolgreiche Akzente gesetzt.
Erfolgreich verlief unter anderem der Kulturgastgarten „Jo Hawedere“ im Rahmen der Shopping-Night. Die aktuelle ebenfalls sehr erfolgreiche Ausstellung „Im Wirtshaus bin i wia z’Haus“ ist noch bis 12. September zu sehen.
Auch digital wird Kultur in Ried sichtbarer: Das Volkskundehaus ist nun über die Plattform Kulturpool Österreich online erreichbar. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den Führungen, die von Jänner bis Mai im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent gesteigert werden konnten. Zudem erscheint das Kulturprogramm auf vielfachen Wunsch wieder in gedruckter Form als Beilage des neuen Stadtmagazins.
Mit den beliebten Konzertabenden „Blasmusik trifft Stadt“ am Hauptplatz setzt Ried auch im August weitere kulturelle Akzente.
Solide Finanzpolitik trotz Herausforderungen (Obfrau: Elisabeth Poringer)
Der Finanzausschuss zieht nach den ersten Monaten des Jahres eine positive Zwischenbilanz. Das operative Ergebnis liegt über Plan, ebenso entwickeln sich die Ertragsanteile besser als ursprünglich prognostiziert. Auch die Einnahmen des Freizeitbades bewegen sich im Rahmen der Erwartungen.
Für das zweite Halbjahr liegt der Fokus auf konsequenter Budgetdisziplin. Gemeinsam mit externen Fachleuten werden Einsparungspotenziale analysiert und ein finanzieller Konsolidierungspfad für die kommenden Jahre entwickelt. Parallel dazu werden der Nachtragsvoranschlag, der mittelfristige Finanzplan bis 2030 sowie wichtige Finanzierungsprojekte vorbereitet.
Mehr Grün, mehr Lebensqualität (Obmann: Lukas Oberwagner)
Im Ausschuss für Umwelt, öffentliche Erholungsgebiete und Tierschutz standen im ersten Halbjahr zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur ökologischen Weiterentwicklung der Stadt im Mittelpunkt. Eine wichtige Grundlage für die Arbeit bildet das bereits abgeschlossene interkommunale Grünraumkonzept. Derzeit wird ein Konzept zur Innenstadtbegrünung ausgearbeitet, mit der Hitzeinseln reduziert, das Mikroklima verbessert und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum nachhaltig gesteigert werden.
Großen Wert legt der Ausschuss zudem auf Bewusstseinsbildung und die Einbindung der Bevölkerung. Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger wie der Wildbienenvortrag im Frühjahr sowie zahlreiche Kindergarten- und Schulprojekte mit der Gestaltung von Staudenbeeten und Müllsammelaktionen richten sich an alle Altersgruppen. Im Herbst soll zudem ein Energieberatungstag stattfinden.
Mit dem nächsten Abschnitt der gewässerökologischen Aufwertung des Ottenbachs wird die naturnahe Entwicklung des Gewässers weiter vorangetrieben. Ziel ist es, wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen und gleichzeitig den Naherholungswert des Gebiets zu erhöhen.
Infrastruktur: Investitionen in Straßen und Kanalnetz (Obmann: Josef Heissbauer)
Im Ausschuss für Infrastruktur und Zivilschutz wurden die Weichen für das Straßenbauprogramm 2026 gestellt. Das ausgeschriebene Investitionsvolumen beträgt rund 800.000 Euro. Die endgültige Vergabe erfolgt im Gemeinderat Anfang Juli.
Ein weiteres Großprojekt ist die Sanierung des Hauptkanals in der Bahnhofstraße, die bereits gestartet wurde und die Stadt noch über längere Zeit begleiten wird.
Darüber hinaus wird die Neuplanung der Verkehrsführung am Kapuzinerberg weiter vorangetrieben. Im Herbst folgen Verkehrszählungen und ergänzende Untersuchungen gemeinsam mit dem Land Oberösterreich.
Soziales Miteinander stärken (Obmann: Christian Hilpold)
Im Ausschuss für Soziales, Familie, Integration, Generation 60+, Wohnen standen persönliche Kontakte im Fokus. Bei der jüngsten Sitzung informierten sich die Ausschussmitglieder bei einem Besuch im „G’schäftl“ über die wichtige Arbeit des Sozialvereins. Besonders wichtig seien solche Einrichtungen für Menschen mit geringerem Einkommen. Anliegen des Ausschusses ist es, derartige Angebote weiter bekannt zu machen und bei der Kommunikation über sämtliche Kanäle der Stadtgemeinde zu unterstützen. Weiters gilt es, Vorurteile abzubauen und Stigmatisierungen entgegenzuwirken. Für die nächsten Ausschusstermine sind weitere Besuche bei Einrichtungen zum persönlichen Austausch geplant.
Bildung als Investition in die Zukunft (Obfrau: Nina Kirchtag)
Der Ausschuss für Bildung, Schule und Kinderbetreuung beschäftigte sich intensiv mit der Weiterentwicklung der Bildungsinfrastruktur sowie der Qualität der Bildungsangebote. Die Generalsanierung an VS1 und MS2 zeigt deutlich, dass Bildung eines der Zukunftsthemen der Stadt ist. Neben den baulichen Maßnahmen widmete sich der Ausschuss auch der inhaltlichen Weiterentwicklung des Bildungsangebots. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der frühkindlichen Sprachförderung in den städtischen Kindergärten. Durch gezielte Fördermaßnahmen werden Kinder bereits vor Schuleintritt bestmöglich unterstützt und auf ihren weiteren Bildungsweg vorbereitet.
Darüber hinaus investiert die Stadt laufend in die Ausstattung ihrer Bildungseinrichtungen – von modernen Lehrmitteln über digitale Infrastruktur bis hin zur Verbesserung der Lern- und Betreuungsumgebung. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen in Ried bestmögliche Bildungs- und Entwicklungschancen zu bieten und den Bildungsstandort langfristig zu stärken.
Sport: Vereine stärken und Infrastruktur weiterentwickeln (Obmann: Sebastian Forstner)
Der Sportausschuss setzte seine erfolgreiche Praxis fort, regelmäßig direkt bei den Vereinen vor Ort Gespräche zu führen und deren Anliegen kennenzulernen. Ausschusssitzungen werden dabei gezielt bei den Vereinen abgehalten, um den persönlichen Austausch zu intensivieren.
Trotz strenger Budgetdisziplin konnten Vereine, Veranstaltungen und Investitionen weiterhin gezielt unterstützt werden. Schwerpunkte lagen auf der Nachwuchsförderung sowie der Weiterentwicklung der Sportinfrastruktur. Erfreulich ist dabei der breite politische Konsens, der viele Entscheidungen im Sportbereich trägt.
Jugendausschuss: Ferienangebot gesichert (Obmann: Paul Heissbauer)
Für den Jugendausschuss stand die Sicherstellung einer Übergangslösung für den Ferienpass im Mittelpunkt. Damit können auch in diesem Jahr vielfältige Ferienangebote für Kinder und Jugendliche gewährleistet werden.