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Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs war das Plakat noch das einzige Massenmedium, es regelte und beherrschte das tägliche Leben. Da ging es um die Stellungspflicht junger Männer, aber auch um wichtige Informationen über Lebensmittelverteilungen und Unterstützungen. Darüber hinaus mussten die Menschen überzeugt werden, Kriegsanleihen zu zeichnen – und der Hass auf einen fernen Feind sollte geschürt werden. Das Plakat war auch zum wichtigsten Massenmanipulationsmittel geworden. Die politischen Parteien, die einander nach 1918 in unversöhnlichem Hass gegenüber standen, entwickelten in ihren Wahlkämpfen die Bildsprache des Krieges weiter. Vorurteile, Emotionen und Unterstellungen, verbunden mit psychologisch wirksamen Symbolen und Farben, ließen schockierende Bilder entstehen. Und doch waren es die Künstler, die diese Bilder schufen. Durch die Lehren des Zweiten Weltkrieges gelang es den Parteien, ihre tödliche Abneigung zu überwinden. Statt Angst und Hass fanden endlich auch positive Botschaften Platz auf ihren Plakaten. Aber schon übernahmen Radio und Fernsehen die Rolle der führenden Massenmedien. Ab den 1970er Jahren verlor das Plakat seine Bedeutung als Transporteur politischer Botschaften immer mehr. Doch durch 150 Jahre war es wichtigster Informationsträger, war es skrupellos eingesetztes Manipulationsmittel, aber oft genug auch Kunstwerk – drei Elemente, die anhand der politischen Plakate besonders gut darstellbar sind. Diese sensationelle Ausstellung ist im Rahmen des Rieder Kultursommers im Museum Innviertler Volkskundehaus, Ried im Innkreis vom 16. Juni bis 29. September zu besichtigen:
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-12 und 14-17 Uhr, Sa 14-17 Uhr Sonn- und Feiertage sowie montags geschlossen!
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